HBS: Reichtum von gestern und Ressentiments von heute: Erinnerungspolitik und Antisemitismus in Griechenland

Date

14 Sep 2017 19:00

Address

Heinrich-Böll-Stiftung
Schumannstraße 8
10117  Berlin
Belgium

Section

Med & South

Event Location

Germany

Event Description

Vorstellung einer aktuellen Studie und Filmvorführung 
"Salonika - A City with Amnesia", 12 Minuten, Englisch mit deutschen Untertiteln

 

Donnerstag, den 14. September 2017, 19.00 – 21.00 Uhr

Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, 10117 Berlin  

 

Mit:

Dr. Leon Saltiel, Universität Makedonien, Thessaloniki, Griechenland

Max Geilke, Regisseur, Eyedolon Pictureworks, Köln

Kommentar:

Dr. Juliane Wetzel, Historikerin, Zentrum für Antisemitismusforschung TU Berlin

Moderation: Dr. Sergey Lagodinsky, Referatsleitung EU/Nordamerika, Heinrich-Böll-Stiftung

 

Sprache: Englisch/Deutsch mit Simultanübersetzung

 

Das Zusammenleben der jüdischen, muslimischen und christlichen Einwohner/innen Thessalonikis prägte den Alltag der Stadt ein halbes Jahrtausend lang. Erst im 20. Jahrhundert kam die Wende. 1923 wurden die türkischen Bewohnerinnen und Bewohner durch die griechischstämmigen Flüchtlinge aus der Türkei ersetzt. 
Die jüdische Bevölkerung der Stadt, einst als "Jerusalem des Balkans" gepriesen, wurde von den deutschen Besatzern vernichtet. Die Bedeutung des jüdischen Erbes und das Schicksal der Jüdinnen und Juden sind kaum im Bewusstsein der Stadt verankert.  

 

Heute ist die jüdische Bevölkerung Griechenlands mit 0,05 Prozent kleiner denn je. Trotzdem verzeichnet das mediterrane Land eine Zunahme des rechten und linken Antisemitismus in der griechischen Gesellschaft. 
Zu diesem Schluss kommt die Studie "
Antisemitismus in Griechenland heute: Aspekte, Ursachen und Bewältigung" der Heinrich-Böll-Stiftung Thessaloniki. 
Die Autoren stellen deutliche antisemitische Tendenzen in Griechenland fest, besonders in der Sprache und Rhetorik von Politiker/innen, Journalist/innen und Kirchenvertreter/innen. 

 

Die Studie "Antisemitismus in Griechenland heute" wird im Rahmen unserer Veranstaltung vorgestellt. Dazu zeigen wir einen Kurzfilm des Regisseurs Max Geilke, den die Heinrich-Böll-Stiftung gefördert hat und der von der Erinnerung an das jüdische Leben in Thessaloniki berichtet. 
Anschließend diskutieren wir über den Film und die Ergebnisse der Studie mit Dr. Juliane Wetzel, einem Mitglied des Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus der Bundesregierung sowie der deutschen Delegation der International Holocaust Remembrance Alliance.

 

Information

Nina Locher, Projektbearbeitung Europäische Union/Nordamerika, Heinrich-Böll-Stiftung
locher@boell.de

 

 

Hinweis

Wir weisen darauf hin, dass im Rahmen dieser Veranstaltung Foto-/Ton- und Filmaufnahmen von TV-Sendern sowie für öffentliche und nicht-öffentliche Zwecke gemacht werden können.